Persönliches Interview

Einladung zum persönlichen Gespräch ist primär eine positive Bewertung der vorausgehenden Aktivitäten und sollte in jedem Falle erwähnt werden. In den meisten Fällen wird uns nämlich niemand zu einem Gespräch laden, soweit wir nicht sein Interesse wecken. Die erforderlichen Voraussetzungen liegen daher wohl vor, wir sind jedoch nicht die einzigen und der Arbeitgeber braucht die Sicherheit einer richtigen Auswahl. Zum Erfolg reicht so nicht nur die Freude aus einem Gesprächstermin, sondern auch die entsprechende Vorarbeit.
Ein persönliches Gespräch können wir leicht als eine Verhandlung definieren, orientiert auf die Stärkung oder Infragestellung unserer Eignung für die jeweilige Arbeitsposition, wobei es gilt, über eigene Qualitäten, bzw. über die Fähigkeit einer hohen Arbeitsleistung zu überzeugen.
Da dem Arbeitgeber bisher über uns nicht viel bekannt ist, ist die eigentliche Verhandlung auf den Erhalt der erforderlichen Informationen gerichtet. Wir müssen daher mit einer ganzen Reihe von Fragen rechnen. Diese werden auf unsere Bildung, Erfahrungen, Fertigkeiten, Kenntnisse, Vorstellungen, Bedürfnisse usw. gerichtet. Für die gesamte Verhandlung haben wir begrenzten Raum, in vielen Fällen -zig Minuten. Es lohnt sich daher eine gewisse Summierung der wesentlichen Informationen, die wir anschließend dem Arbeitgeber übergeben. Ein effektiver Dialog wird so erreicht. Es ist zu bedenken, dass wir im Laufe von -zig Minuten über unsere Vergangenheit, Arbeitserfahrungen, Erfolge und Misserfolge, Gründe für eine Reihe von Änderungen, Motive zur neuen Arbeit, Vorstellungen, Ziele, Bedürfnissen usw. sprechen und soweit wir hier nicht in Klarheit sind, schaffen wir es nur schwer, andere davon zu überzeugen, dass wir die Richtigen sind. Improvisieren und gleichzeitig einen effektiven Dialog zu erreichen ist ein sehr riskanter Weg.

Worüber Sie befragt werden

Stellenbewerber vermuten oft, dass man sich für ein persönliches Gespräch nicht vorbereiten kann, weil die Arbeitgeber jedes Mal andere Fragen stellen. Tatsache ist, dass wir vorab keine konkreten Fragen kennen, die uns von einem konkreten Arbeitgeber gestellt werden. Andererseits erfragen die Arbeitgeber eigentlich in vielen Formen das Gleiche. Sie wollen feststellen, ob wir konkrete Anforderungen der jeweiligen Arbeitsposition erfüllen. Fragen, denen wir im Gespräch begegnen, werden also oft eine ähnliche Bedeutung haben.
Beispiel:
  • Warum sollten wir gerade Sie beschäftigen?“ / „Wo liegt Ihr Beitrag für unsere Gesellschaft?“
  • „Erzählen Sie uns etwas über sich selbst?“ / „Bevor wir starten, können Sie sich uns näher vorstellen?“
  • „Welche beruflichen Vorstellungen haben Sie?“ / „Welche Tätigkeit möchten Sie in unserer Firma ausüben?“
  • „Welche sind Ihre Stärken und Schwächen?“ / „Erzählen Sie uns, in welchen Punkten sie sich weiterentwickeln möchten?“
Auch wenn die Fragen in den genannten Paaren andere sind, haben sie eine ähnliche Bedeutung. Wir müssen so nicht auf jede Frage eine originelle Antwort suchen. Zusätzlich werden wir uns in der Regel um ähnliche Arbeitsstellen bewerben und es ist wahrscheinlich, dass auch die Arbeitgeber ähnliche Voraussetzungen bevorzugen werden. Gewissen Fragen werden wir daher mit höherer Wahrscheinlichkeit begegnen und unsere Antworten können wir folglich einfach neu formulieren.
Bei einem persönlichen Gespräch gibt es keine richtigen und falschen Antworten; es gibt nur Antworten höherer oder minderer Qualität, was durch die gehörige Vorbereitung bedeutend beeinflusst werden kann.

Richtige Informationen haben

Wohl in allen Fällen der persönlichen Gespräche werden wir uns auf Verhandlungen hinsichtlich einer konkreten Arbeitsposition bei einer konkreten Gesellschaft vorbereiten. Kenntnisse der Arbeitsinhalte und des Portfolios der Firma sind daher absolut selbstverständlich und stellen den Maßstab unseres Interesses dar. Es ist in der Tat absurd, für etwas zu kämpfen, worüber wir nichts wissen. Wir sollten so in der Lage sein, die Schlüsselvoraussetzungen der Arbeitsstelle sowie eigene Qualitäten auswerten zu können und relevante Argumente zu präsentieren. Wir sollten also zuerst sich selbst fragen, ob wir wissen, was wir anstreben und ob wir der Meinung sind, dass wir dies auch schaffen können. Folglich verwenden wir diese Argumente bei der persönlichen Verhandlung. Fragen des Arbeitgebers werden nämlich in der gleichen Orientierung gerichtet. Bei den Antworten geht es daher nicht so sehr darum, dem Arbeitgeber vorzutragen, was er hören möchte, oder ihn sogar anlügen. Es geht vor allem darum, aus der Überzahl von Informationen solche anzuwenden, die entsprechende Bedeutung im Zusammenhang mit der konkreten Firma und Arbeitsposition haben. Und wenn das Gespräch nicht nach Ihren Vorstellungen läuft? Es kommen mit Sicherheit weitere Gespräche, für die Sie sich laufend verbessern werden. Jedes Gespräch ist so zumindest ein ausgezeichnetes Training.
Es gibt Menschen, die ohne besondere Vorbereitung mit ihrem „natürlichen Talent“ und Improvisation erfolgreich sein können. Die meisten brauchen jedoch Vorbereitung und Training, die zumindest in der Form von Erfahrungen immer gebraucht werden.
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